Definition
Auftrag der Sozialdiakonie
Formelle Grundlagen
Wurzeln der Diakonie
Diakonie ist die christlich motivierte, tätige Zu-
wendung zum Menschen in seiner Bedürftigkeit
auf der Grundlage des Evangeliums im Kontext
von Kirche und Gesellschaft. Sie ist Aufgabe
jeder einzelnen Christin / jedes einzelnen
Christen und Kernaufgabe der Kirche.

Sozialdiakonie ist die professionell ausgeübte Diakonie der Kirche.
Die Sozialdiakonie übernimmt Verantwortung in
der Kirche und der Gesellschaft, indem sie sich
professionell den aktuellen Lebens- und
Glaubensfragen  sowie sozialen Brennpunkten
stellt und sich für die Verbesserung der Lebens-
qualität einzelner Menschen, Gruppen und des
ganzen Gemeinwesens einsetzt.
Sie ist der weltweiten Kirche verpflichtet.

Berufsbild:
Sozialdiakonin / Sozialdiakon März 2010
«Die Kirchgemeinde fördert und unterstützt alle
Bemühungen, Notleidenden und Benachteiligten
in dienender Liebe zu helfen und ihr Los zu ver-
bessern».

Art. 90 Kirchenordnung der Evang.-ref. Kirche
des Kantons St.Gallen, GE 11-20
Kirche klein
Blume
Der Begriff Diakonie leitet sich aus dem altgrie-chischen diakonia «Dienst» her. Er bezeichnet
die Gesamtheit der karitativen Unternehmungen,
die im Evangelium verwurzelt sind.

Jesus hat Diakonie als Ausrichtung des gesam-
ten Lebens verstanden und als Einheit von Nächsten- und Gottesliebe konsequent gelebt,
indem er sich in besonderer Weise für die Ar-
men, Entrechteten und Kranken engagiert hat.
Diakonie ist konkretes soziales Handeln. Durch
das Tun zeigt die Diakonie das Evangelium der hingebungsvollen Liebe Gottes zu den Men-
schen, durch verbindliche Nähe vermittelt sie zwischen Lebens- und Glaubenswelten.

Die Geschichte der Diakonie reicht weit zurück. Grundwerte, die wir im 2.Testament finden – Hungrige speisen, Durstige tränken, Nackte bekleiden, Fremde beherbergen, Gefangene besuchen, Kranke pflegen – waren schon im alten Ägypten bekannt. Tätige Nächstenliebe war und
ist in den verschiedenen Kulturen und Religionen ein wichtiger und tragender Aspekt. 
Aus christlicher Sicht hat Jesus der Diakonie eine neue Dimension vorgelebt und aufgezeigt. Für diesen sozialen Dienst wurden deshalb bereits Diakoninnen und Diakone beauftragt.

Die christliche Urgemeinde lebte ihr diakonisches Engagement vor allem durch Gütergemeinschaft und Allmosengeben. Mit der Wandlung des Christentums zur anerkannten Religion durch Kaiser Konstantin im Jahre 313 entwickelte sich der zweite wesentliche Zweig der Diakonie, die Betreuung von Menschen in «Anstalten». Betreu-ende waren hauptsächlich Ordensleute.
Erst im 16. Jahrhundert erfuhr die Diakonie eine erste grundsätzliche Wende. Durch die Reforma-tion wurde das soziale Handeln der Kirche auch
an den Staat übertragen. Fortan organisierten Kirche und Staat die Zusammenarbeit des «Ge-meinen Kasten», in welchen die Gaben für Sozial-hilfe flossen, die von nun an zentral geleistet wurde. Grosse materielle und spirituelle Not brachte der 30-jährige Krieg. In dieser Zeit entstand in Deutschland eine neue Bewegung,
der Pietismus.
Vertreter des Pietismus forderten, die Ursachen
der Armut seien zu bekämpfen:
Arbeitslosigkeit, schlechte Bildung und mangeln-
de medizinische Versorgung. Für die Schweiz prägend war die Zeit der Aufklärung. Die fran-
zösische Revolution ermöglichte die Gründung
von selbständigen Vereinen und freien Träger-
schaften. Dies wurde eine grundlegende Vor-
aussetzung für die Entwicklung der Diakonie,
wie wir sie heute kennen.

Im19. Jahrhundert entstanden «Diakonieanstal-
ten» bzw. hauptsächlich Schwesterngemein-schaften, welche einen vornehmlich diakonischen Auftrag hatten. Im Mittelpunkt standen Pflege, Bil-dung und Mission. Viele heute noch bestehende Institutionen und Werke wurden in dieser Zeit gegründet. Anlass war immer das Wahrnehmen der Not der Menschen.

Die Vorgängerorganisation des heutigen Vereins «Evangelische Pflegeheime St.Gallen» war z.B. eine solche «Diakonieanstalt» welche ein Diako-nenhaus am Rosenberg führte.
(Quellen: Berufsbild, diakonie.ch)
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